Frankreich wird 2012 die USt erhöhen

29 Januar 2012

Der französische Präsident Sarkozy hat heute abend erklärt, dass der reguläre USt-Satz von 19,6% auf 21,2% angehoben werden soll, das bedeutet eine Steigerung um 1,6%. Am reduzierten Steuersatz wird es hingegen keine weiteren Änderungen geben. Die Erhöhung erfolgt im Rahmen eines Maßnahmenpakets, das eine Umstrukturierung der Wirtschaft und eine Verringerung des Staatsdefizits zum Ziel hat.

Der neue USt-Satz wird zum 1. Oktober 2012 in Kraft treten.

Die Möglichkeit einer USt-Erhöhung war von Präsident Sarkozy erstmals in seiner Neujahrsrede in Betracht gezogen worden. Sie war als eine Art »Sozialabgabe« vorgestellt worden, denn der Steuersatz solle erhöht werden, um eine Senkung der Lohnnebenkosten zu ermöglichen. Davon verspricht man sich, weltweit Frankreichs Attraktivität für internationale Investitionen und beschäftigungswirksame Industrien zu steigern.

Nach der Herabstufung Frankreichs von AAA durch Standard & Poor's diesen Monat, kann die Regierung durch ihr Handeln möglicherweise die nervösen Anleihenmärkte von ihrer Entschlossenheit überzeugen, unpopuläre Maßnahmen zur Steuerkonsolidierung tatsächlich durchsetzen zu wollen. So haben viele andere Euro-Länder im letzten Jahr bereits ihre angehoben.

Die französische Steueranhebung orientiert sich an der erfolgreichen USt-Erhöhung in Deutschland von 2007, bei der die Umsatzsteuer um 3% auf 19% angehoben wurde, um eine Senkung der Arbeitgeberbeiträge zur Arbeitslosenversicherung gegenzufinanzieren. Diese Politik gilt im Zusammenspiel mit moderaten Lohnerhöhungen als Schlüssel zum Erhalt der deutschen Wettbewerbsfähigkeit und zum guten Stand Deutschlands in der gegenwärtigen Euro-Krise.

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